Anlagestrategien trotz Volatilität in Kryptowährungen – und wie Anleger effektiv mit Risiken umgehen können

Die einschlägigen Medien waren in den vergangenen Wochen wieder voll mit Meldungen rund um das Thema „Volatilität der gängigen Kryptowährungen“. Die Frage danach, weshalb insbesondere der Bitcoin derartige Ausschläge nach oben und unten zu verzeichnen hat, kann final wohl von niemandem beantwortet werden – und es trifft auch nicht den Kern der wirklich wichtigen Fragen.

Fakt ist, dass in den vergangenen Monaten und Jahren viele Investoren hohe Gewinne durch eine Investition in Kryptowährungen verzeichneten. Jeder Investor kann und sollte sich die Frage stellen, ob er oder sie an den Chancen dieser neuen Assetklasse partizipieren möchte. Doch welche übergeordneten Anlagestrategien und Investitionsspielregeln sollte ein Investor berücksichtigen?

Anlagestrategien und Spielregeln

Im Zusammenhang mit dem Thema „Volatilität an Aktienmärkten“ veröffentlichte Goldman Sachs bereits im Jahre 2008 zehn goldene Regeln für schlaue Aktienanlagen in „turbulenten Zeiten“. Es wäre nun zu kurz gesprungen, Aktien und Kryptowährungen über einen Kamm zu scheren.

Allerdings können einige der genannten Regeln näher betrachtet durchaus auch für andere Assetklassen als grobe Richtschnur dienen. Angewandt auf ein mögliches Investment in Kryptowährungen, machen diese sehr generalistischen Hinweise deutlich, dass ein Investment in Kryptowährungen nicht nur immer noch möglich, sondern in Hinblick auf ein ausgewogenes und robustes Portfolio mit hohem Chance-Risiko-Verhältnis durchaus auch angezeigt ist. Im Folgenden werde ich auf einige dieser Regeln genauer eingehen.

Es ist immer ein guter Zeitpunkt, um mit dem Investieren zu beginnen

Bei Betrachtung verschiedener Referenzdaten wird deutlich, dass es im vergangenen Jahr beim Bitcoin zu verschiedenen Phasen kam: spätestens ab Sommer 2017 stieg der Gegenwert in Euro für einen Bitcoin beständig an, bis Ende des letzten Jahres beinahe die 17.000€- Marke überschritten wurde.

Derartige Bewegungen sind wie bei jedem anderen Finanzprodukt Angebots- und Nachfrage-getrieben. Das aktuelle Umfeld ermöglicht dem klugen Investor jedoch einen Einstieg zu einem Zeitpunkt, der sich im 6 Monats-Rückblick als besonders günstig darstellen lässt. Gerade bei volatilen Märkten wie dem Kryptowährungsmarkt besteht wertmäßig jedoch praktisch keine Grenze nach oben, während das Risiko stets limitiert und kontrollierbar ist.

So geht etwa Tom Lee, Mitgründer von Fundstrat Global, laut einem aktuellen Bericht vom 31.8.2018 bei www.finanzen.net davon aus, dass der Bitcoin zum Jahresende auf einen Wert von 25.000$ steigen werde. Bei der Frage danach, wann der beste Zeitpunkt für ein Investment ist, muss freilich individuell entschieden werden. Welcher Zeitpunkt der optimale ist, lässt sich nur in der Rückschau feststellen. Dieses Szenario ist für alle Anleger gleich – daher gibt es keinen „falschen“ Zeitpunkt für eine Investition.

Investiert bleiben

Der Trick besteht vielmehr darin, Nerven zu bewahren und nicht sofort auszusteigen, wenn es turbulent wird. Gerade bei einem Produkt wie dem Bitcoin, das mit bisherigen Assetklassen nicht vergleichbar ist, klingt der kurzfristige Handel, etwa das Ein- und Aussteigen bei Talfahrten und Performancepeaks verlockend. Sicherlich gibt es einige Händler, die sich tagtäglich mit den Kursen und damit einhergehenden Chancen beschäftigen wollen und können und auf diese Weise auch Geld verdienen.

Aufgrund der immanenten systembedingten Verknappung von Bitcoins, die sich über die nächsten Jahre entwickeln wird, erscheint aber das Halte-Szenario als die bequemste und attraktivste Variante, um zu einem zukünftigen Zeitpunkt ggf. bei einem Nachfragehoch das Investment zu liquidieren oder umzustrukturieren.

Geduld und Ausdauer

Wesentlicher Aspekt für die Befähigung, sich so verhalten zu können, ist sicherlich Geduld und Ausdauer. Am Ende ist aber auch die Risikobereitschaft des jeweiligen Anlegers relevant – gerade bei einem Asset, dass so wenig vorhersehbar ist wie etwa der Bitcoin.

Daher sollte der Betrag, der in Kryptowährung investiert wird, auch nicht das Kernstück eines Portfolios, sondern der Hochrisikoteil sein.

Festhalten an langfristiger Perspektive

Die extrem volatile Entwicklung aller Kryptowährungen führte in der Vergangenheit dazu, dass viele Anleger hohe Gewinne verzeichnen konnten. Allerdings haben auch viele Investoren ihr Geld wieder verloren, weil sie während einer Kurstalfahrt in Panik geraten und ausgestiegen sind.

Gerade aufgrund der hohen Volatilität der Kryptomärkte lohnt sich deshalb die langfristige Perspektive für die Investition, um Schwankungen entspannt überstehen zu können. Als noch recht junges Finanzinstrument wird die Kryptowährung noch viele Entwicklungsschritte absolvieren müssen, während der es immer wieder Rückschläge geben wird. Doch die bisherige Kurstendenz der letzten Jahre, die häufig systemimmanente Verknappung sowie harte Prinzipien der Netzwerkökonomie sprechen ebenso eine klare Sprache. Wer dieser Tendenz glaubt, für den ist ein Einstieg mit langfristiger Perspektive sinnvoll.

Die Macht der Zeit

„Die Zeit wird es zeigen!“ – ein geflügeltes Wort, das sich für Bitcoin & Co. sicherlich bewahrheiten wird. Am Ende wird sich zeigen, welche Entwicklung Kryptowährungen nehmen: Die Bandbreite an Möglichkeiten reicht von staatlichen Verbotsmaßnahmen, die sich aber letztlich nicht durchsetzen lassen, bis hin zur Entwicklung zu einem gängigen Zahlungsmittel. Relevant für eine Investitionsentscheidung ist daher letztlich eine Chance-Risiko-Abwägung sowie ein genauer Blick auf die Diversifikationseigenschaften im Portfoliokontext.

Diversifikation des Portfolios

Geschicktes Streuen ist die Devise – nicht nur bei Aktien. Dabei handelt es sich um eine gängige Investitionsstrategie, deren Fundament die Diversifikation der Risikoprofile und der Renditeeigenschaften liegt. Das Portfolio in unterschiedliche Anlageformen aufzuteilen, die unterschiedliche Risikoprofile aufweisen, verhindert einen Totalverlust des Anlagekapitals und erhöht gleichzeitig die Wahrscheinlichkeit, an Upsides teilzuhaben.

Planung von Asset Allokation

Auch bei einer geplanten Investition in Kryptowährungen muss sich ein Anleger im Vorfeld Gedanken über Ziele und individuelle Vorstellungen machen. Das reicht von der Frage, was mit dem Investment erreicht werden soll (Kauf einer Eigentumswohnung, Altersversorgung etc.) bis hin zum vorhandenen Zeithorizont.

Ein geschulter Anlageberater kann an dieser Stelle von großem Nutzen sein, jedoch sollte man immer auch selbst gut recherchieren, um sich ein ausgewogenes Bild von der geplanten Asset Allokation zu machen.

Großer Vorteil bei Kryptowährungen: Alles, was bislang rund um Bitcoin & Co. passierte, war nicht vorhersehbar, ganz einfach weil es keine DAX-Historie oder ähnliches für Kryptowährungen gibt- die sind einfach noch zu neu! Das bietet große Chancen! Der sich daraus ergebende große Nachteil ist aber, dass es kaum Anlageberater geben wird, die sich a) mit der Materie überhaupt auskennen und b) sich an ein derart risikobehaftetes Investment herantrauen. Hierfür ist ganz konkrete Expertise in einem Markt gefragt, der (noch) sehr unübersichtlich und geprägt von Menschen ist, die klassischerweise keine Anlageberater sind.

Jule Zentek bezeichnete in Ihrem Artikel für die ARD/Börse vom 12.7.2018 Kryptoanleger als ‚Nerds, Hacker oder Gegner des Finanzsystems‘. Aber das spiegelt nicht das gesamte Bild wider – die überwältigende Mehrheit sind bodenständige Investoren, die einen Teil ihres Risikokapitals in Kryptowährungen investiert haben.

Hierzu zählt auch der Initiator des BREBCO1 Fonds, Boris Hardi, dessen Kernexpertise nicht im Krypto-, sondern im Immobilienmarkt liegt. Als technikaffiner und von der Blockchain-Technologie begeisterter Mensch hat er sich sein Know-How zu Bitcoins und anderen Währungen schon relativ früh selbst angeeignet und vor allem: selbst ausprobiert. Die teilweise negativen Erfahrungen mit sog. „Beratern“ in diesem Bereich brachten ihn auf die Idee, das Thema Geldanlage im Kryptomarkt zu professionalisieren und einen BaFin-genehmigten Fonds aufzusetzen.

Regelmäßiges, aber systematisches Re-Balancing

„Die Märkte ändern sich!“ – das gilt besonders für den noch sehr jungen Markt der virtuellen Währungen. Daher sollten Anlageprofile regelmäßig überprüft und ggf. an die aktuelle Marktsituation angepasst werden.  Vermögensverwalter und Asset Manager übernehmen diese Aufgaben.

Inflation kostet Kaufkraft

Die bloße Nicht-Investition von Geld verringert den Wert desselben. Aber es ist nicht nur so, dass das Geld, einmal unters Kopfkissen gesteckt, aufgrund der Inflation de facto immer weniger wird. Auch verpasst man die Chancen auf höhere Erträge.

Fazit

Auch, wenn das Anlageprodukt Kryptowährung schwer mit bisherigen Anlageklassen vergleichbar ist, gelten die gleichen Regeln. Besonderes Augenmerk sollte auf die Diversifikation gelegt werden, da Bitcoin, Ripple und Co. zu Hochrisikoinvestments zählen. Dieser Aspekt wird im BREBCO1-Fonds stark berücksichtigt, denn nur der nach der Investition in deutsche Top-Gewerbeimmobilien übrigbleibende Anteil wird in Blockchain-Technologie-basierte Coins, Tokens und virtuelle Währungen angelegt.

Der Vorteil: Die Investition ist somit stark abgesichert, ermöglicht jedoch die Teilhabe an einer hohen Upside über den in der Anlage enthaltenen Kryptowährungsanteil und weist somit ein hohes Chance-Risiko-Verhältnis auf. Dies eröffnet Anlegern neue attraktive Investitionsmöglichkeiten in einer Zeit, in der die Frage, in was man eigentlich noch wertschöpfend investieren kann, fast nicht mehr zu beantworten ist.

Janine Hardi hat an der LMU München Rechtswissenschaften studiert und ist seit 2003 zugelassene Rechtsanwältin. Ihre Karriere begann sie bei der HypoVereinsbank. Weitere Stationen waren bei Hudson Advisors in München und Frankfurt sowie Lone Star in Bermuda. Seit 2011 arbeitet sie als Managing Director bei der FMS Wertmanagement AöR im Bereich Infrastructure und Commercial Real Estate und ist für den Abbau des ursprünglich fast 30 Mrd. € großen Immobilienportfolios mit verantwortlich. Daneben hat sie sich auf den Bereich In-House Regulatorik, schriftlich fixierte Ordnung sowie Gremienbetreuung spezialisiert.