Über das Regulierungserfordernis von Kryptowährungen

Der am 4.9.2018 im Handelsblatt erschienene Artikel ‚EU erwägt striktere Regeln für Bitcoin & Co.‘ (Link zum Artikel) von Ruth Berschens beschäftigt sich mit dem jüngsten Treffen der 28 EU-Finanzminister am 7. September 18.

Die Mühlen mahlen langsam

Es ist beachtlich, wie lange es dauern kann, bis Notwendiges in Politik und Aufsicht umgesetzt wird. Eingedenk der Tatsache, welchen Bekanntheits- und Beliebtheitsgrad Kryptowährungen bei Investoren mittlerweile haben, mutet es doch sehr bedächtig an, wenn nunmehr ‚in Erwägung gezogen wird‘, striktere Regeln aufzustellen.

Das Problem bei der Haltung, manche Dinge erledigten sich schon von selbst, ist, dass sie das in den seltensten Fällen tun. Seit Monaten werden Entwicklungen auf den Kryptomärkten beobachtet, die auch zu illegalen Auswüchsen führen. Jetzt erst mit Diskussionen hierüber zu beginnen, zeigt, dass man aus der Finanzkrise eben doch nicht so viel gelernt hat.

‚Volles Risiko‘ an traditionellen Investitionsmärkten

Derzeit sind die Medien voll von Berichten über eine potentielle weitere Finanzkrise und der Frage, inwiefern und wie umfassend insbesondere deutsche Bankhäuser vor einer solchen gefeit sind.

Zuletzt am 11.9.2018 berichtet eine Gruppe von Autoren im Handelsblatt unter dem unheilverkündenden Titel ‚Volles Risiko‘ darüber, was auf dem ‚normalen‘ Investitionsmarkt eigentlich los ist. Quintessenz ist, dass die Nachfrage nach hochriskanten Anlagen, aber auch deren Finanzierungen, immer weiter steigt.

Besonderes Augenmerk fällt auch auf einen Artikel in der Süddeutschen Zeitung vom 6.9.2018. Unter dem herzhaften Titel ‚Wir waren arme Schweine damals‘ fassen Meike Schreiber und Markus Zydra zusammen, was ihrer Ansicht nach Auslöser für die katastrophalen Folgen der Bankenkrise im Jahr 2008 war: ‚Zum Ausbruch der Finanzkrise waren die Aufseher vor allem eines: überfordert und ahnungslos‘. Die sich aufdrängende Parallele zur augenscheinlichen Nicht-Durchdringung der Kryptowährungsmaterie lässt die Verantwortlichen ebenfalls überfordert und ahnungslos erscheinen.

Es ist jedem Politiker unbenommen, sich nicht um jeden Hype, den die Gesellschaft bewegt, zu kümmern. Die Frage von Priorisierung bestimmt ganz sicherlich das Handwerk bei Politik und Finanzaufsicht. Jedoch verstreichen mittlerweile zu viele Monate, in denen zum vorliegenden Thema trotz der hohen Relevanz zu wenig Offizielles kommt. Die Regulierung eines Marktes, dessen Marktkapitalisierung derzeit etwa bei ca. 125 Mrd. US-Dollar liegt, sollte gerade vor dem Hintergrund einer potentiellen weiteren Finanzkrise, die ggfls. zu einer Flucht in virtuelle Währungen führen könnte, vorangetrieben werden. 

Der Erfolg der Kryptowährungen ist zu Teilen schließlich auch darin begründet, dass konventionelle Investitionsmöglichkeiten für Anleger mittlerweile so schwierig oder unattraktiv geworden sind, dass sie händeringend nach Alternativen suchen.

Registrierte Lösungen für institutionelle Anforderungen

Nur wenige Fondsinitiatoren sind in der Lage, registrierte Lösungen in einem professionellen Umfeld anbieten zu können, doch es gibt mittlerweile ein erstes Sortiment an maßgeschneiderten Investmentstrategien für Kryptowährungen, die institutionellen Anforderungen standhalten können.

Zuletzt häufig von der Presse aufgegriffen wurde hierbei der BITREAL Real Estate Blockchain Opportunity Fund 1 (BREBCO1), der durch Immobilien abgesichert einen Teil der Investitionssumme in Kryptowährungen investiert. Das Resultat sind marktneutrale Renditen und ein attraktives Chance-Risiko-Verhältnis – auch bei größeren Investitionssummen.

Janine Hardi hat an der LMU München Rechtswissenschaften studiert und ist seit 2003 zugelassene Rechtsanwältin. Ihre Karriere begann sie bei der HypoVereinsbank. Weitere Stationen waren bei Hudson Advisors in München und Frankfurt sowie Lone Star in Bermuda. Seit 2011 arbeitet sie als Managing Director bei der FMS Wertmanagement AöR im Bereich Infrastructure und Commercial Real Estate und ist für den Abbau des ursprünglich fast 30 Mrd. € großen Immobilienportfolios mit verantwortlich. Daneben hat sie sich auf den Bereich In-House Regulatorik, schriftlich fixierte Ordnung sowie Gremienbetreuung spezialisiert.